Im Herbst 2009 jährten sich die friedliche Revolution und der Fall der Mauer zum 20. Mal. Die Printmedien und das Fernsehen waren voll davon, wobei es fast nur Westdeutsche oder ältere Zeitzeugen waren, die über die "Wende" und die DDR diskutierten. Adriana Lettrari, geboren 1979 in Neustrelitz und aufgewachsen in Rostock, fragte sich, warum der Osten, seine Geschichte und seine Zukunft fast ausschließlich von Männern im fortgeschrittenen Alter wie Wolfgang Thierse oder Gregor Gysi vertreten werden. Ihre Frage „Wo findet eigentlich meine Generation statt?“ wurde zum Kern eines Planes: Die zwischen 1975 und 1985 in der DDR geborenen Menschen zusammenzubringen und sichtbar zu machen. Die Projektidee ,3te Generation Ostdeutschland' war geboren.
Im 1. Juni 2010 fand ein erstes Treffen von Interessierten statt. Eigentlich als Plattform zum Austausch von Erfahrungen und Ideen gedacht, entstand hieraus schnell ein neunköpfiges Projektteam. Dieses traf sich von nun an regelmäßig, entwickelte eine Vision und das Ziel, ein erstes großes Treffen der Dritten Generation Ostdeutschland zu organisieren.
Parallel dazu wurde die Wendekind gUG gegründet, die als gemeinnützige Trägergesellschaft für die finanziellen und rechtlichen Abwicklungen im Hintergrund verantwortlich ist. Erste Fördermittel wurden von der Stiftung Aufarbeitung bereitgestellt.
Neben Büro finden und Website basteln war das große Ziel für 2011 eine Konferenz zum Thema und mit der Dritten Generation Ostdeutschland zu machen. Dieses fand vom 8.-10. Juli im Collegium Hungaricum in Berlin statt. Ca. 130 junge Ostdeutsche tauschten sich aus und legten dabei den Grundstein für ein Netzwerk, was inzwischen 1000 Menschen, Vereine und Institutionen umfasst. Der Antrag für das kommende Jahr läuft und wir setzen darauf, dass wir auch in den kommenden Monaten und Jahren, die Dritte Generation in ihrem Wachsen und in ihrer Vielfalt begleiten werden.